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Brauchtum



Englmarisuchen in Sankt Englmar
Im Winter 1096 wurde der Heilige Engelmar im Wald erschlagen. Gefunden wurden seine Überreste erst nach der Schneeschmelze zu Pfingsten.
Die Heiligenfigur des Englmar erlebt seit 150 Jahren die erneute Auffindung - ein prachtvolles historisches Schauspiel.

Kerzenwallfahrt zum Bogenberg am Pfingstsonntag
1475 wurde in der Gemeinde Holzkirchen ein Gelübde abgelegt. Die Wälder waren durch den Borkenkäfer bedroht und man gelobte, jährlich ein Kerzenopfer der Muttergottes auf dem Bogenberg dazubringen, würde man verschont.
Auf dem 75 Kilometer langen Fußmarsch wird eine 13 Meter hohe Kerze, die gut einen Zentner wiegt, zum Gipfel getragen, vom Fuße des Bogenbergs sogar in aufrechter Position.

Kötztinger Pfingstritt
Seit 600 Jahren sind am Pfingstmontag bis zu 1000 Reiter aus dem Bayerischen Wald bei dieser Wallfahrt auf dem Weg nach Steinbühl zur Nikolauskirche.

Drachenstich in Furth im Wald
Das älteste Festspiel des Bayerischen Waldes findet jährlich in der Drachenstadt Furth im Wald statt. Die Augustwochenenden lassen zurückblicken in die Hussitenkriege und den 30-jährigen Krieg. Ritter Udo kämpft alle Jahre wieder gegen den bösen Drachen an.

Leonhardiritt am 6. November in Waldkirchen
Der Heilige Leonhard ist der Schutzpatron der Tiere, die im ehemals sehr armen Bayerischen Wald eine wichtige Rolle spielten. Daran erinnert der traditionelle Leonhardiritt: Auf dem Weg zur Karoli-Kapelle sind die Pferde festlich aufgezäumt und werden dort  gesegnet. Auch in Furth im Wald kennt man diesen Brauch, hier wird er jedoch zu Ostern zelebriert.

Rinchnach am 10. November
In Rinchnach, Freyung, Lalling, Bodenmais, Drachselsried und Zwiesel findet an diesem Tag das lautstarke Wolfauslassen statt. Bis zu 600 Träger läuten sich mit schweren Glocken schallend regelrecht in Grund und Boden -  eine alte Tradition der Hirten, die die ihnen anvertrauten Tiere Ende Oktober von den Schachten zurück auf die heimatlichen Höfe trieben. Mit dem Lärm der Glocken und Goaßlschnalzern (Peitschenknallern) forderten sie von den Bauern eine angemessene Belohnung.

Waldkirchener Rauhnacht und Koishüttler Lousnacht in Neuschönau am 5. Januar
In den 12 Nächten vom 21.12.-6.01. hatten im alten Volksglauben Geister und teuflische Dämonen freien Ausgang. Lärmend und verkleidet mit wilden Masken und zottligen Fellen versuchte man, diese zu vertreiben - und dies bis in die heutige Zeit.
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